Schiedsrichter des FCW
Schiedsrichter des FCW
Folgende Schiedsrichter sind für den FCW tätig:
| Schiedsrichter | Adresse | Mobile |
| Erhard Gnägi |
Finkenweg 12 3380 Wangen a/A |
079 236 40 31 |
| Daniel Käser |
Aarefeldweg 10 3380 Wangen a/A |
079 218 36 86 |
| Damian Knüsel | 079 752 76 29 |
Interview mit Käser Daniel (Sept. 11)
Schiedsrichter-Ausbildungschef SFV
Was heisst eigentlich "Schiedsrichter-Ausbildungschef", was sind Deine Aufgaben?
DK: Ich bin für die Ausbildung und Weiterbildung sämtlicher Fussball-Schiedsrichter in der ganzen Schweiz verantwortlich. Dazu gehören auch die Instruktoren und Inspizienten, die als verlängerter Arm für die Ausbildung in den 13 Fussball-Regionen tätig sind und eine sehr wichtige Rolle in der Ausbildung wahrnehmen. In diesem Zusammenhang müssen Lehrabende und Lektionen vorbereitet und an die Regionen weitergereicht werden. Dazu gehört auch das Erstellen von Bild/ Video-Material für Kurse und Zusammenzüge. Als Mitglied der Schiedsrichterkommission bin ich zusammen mit meinen drei Kollegen für die Qualifikation der Schiedsrichter verantwortlich. Regelanpassungen und Weisungen, die von der FIFA kommen, müssen ebenfalls für die Schweiz angepasst und entsprechend umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang müssen ebenfalls Regelexpertisen und Anfrage zum Regelwerk beantwortet werden.
Wie sieht Dein Fazit nach dem ersten halben Jahr aus?
DK: Mein Fazit lautet: „Es gibt viel zu tun, packen wir es an“. Durch die lange Vakanz des Ausbildungschefs sind viele Arbeiten liegengeblieben und es ist nun meine Aufgabe, diese Arbeiten wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen. Im Bereich E-Learning will der SFV ebenfalls aktiv werden und den Schiedsrichtern die Möglichkeit bieten, über das Internet sich weiterzubilden. In diesem Zusammenhang steht ein Projekt mit 200 Regelfragen, die jeweils zu einem Test von 20 Fragen nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt werden und anschliessend von den Schiedsrichtern gelöst werden können. Der Test wird umgehend ausgewertet und der Teilnehmer hat sogleich sein Resultat.
Wie läuft eine "normale" Arbeitswoche ab?
DK: Schwierige Frage, meine Arbeitswoche ist ziemlich abwechslungsreich und manchmal schwierig zu planen. Der Montag ist jeweils von den vergangenen Wochenendspielen geprägt. Um 11:00 Uhr findet jeden Montag eine Telefonkonferenz zwischen dem Ressort Nichtamateure (verantwortlich für die SR (Schiedsrichter) der Swiss Football League) statt. An dieser Telefonkonferenz nehme ich als Ausbildungschef teil: es werden sämtliche Spiele der Axpo Super League besprochen. Im Fokus stehen natürlich die SR-Leistungen. Dieser Input dient mir dann als Rückmeldung und zur Definition des Lektion-Inhalts für kommende Zusammenzüge der SFL Schiedsrichter, aber auch für Kurse tieferer Ligen. In diesem Bereich wird sehr viel Aufwand betrieben. So wird zum Beispiel jedes Spiel in der Axpo Super League und in der Challenge League vor Ort von einem Inspizienten begutachtet. Zudem schaut eine weitere Person das Spiel zu Hause am Fernseher und notiert sich die relevanten Szenen für die Ausbildung. Der Inspizient, welcher das Spiel im Stadion betreut, hat dabei zwei Aufgaben zu erfüllen. Einerseits muss er die Schiedsrichterleistung benoten und der Schiedsrichterkommission eine Rückmeldung in Form eines ausführlichen Berichts zustellen; zum anderen ist der Inspizient auch ein Coach, der mit dem SR-Trio oder Quartett den Match bespricht. Nach Ursachen forscht und Lösungen aufzeigt, wie eine Entscheid allenfalls hätte richtig ausfallen können. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für den Inspizienten, so finde ich.
An den anderen Tagen sind Bedürfnisse der Regionen im Ausbildungsbereich zu erfüllen, die mit Anfragen betreffend Schulungsmaterial oder Musterlektionen zu mir gelangen. Da die Schiedsrichter neu der technischen Abteilung des Fussballverbandes angeschlossen sind, gibt es
einen regen Austausch mit den Trainern der National- und Auswahlmannschaften. Oft werde ich für eine Instruktion oder eine Präsentation angefragt und informiere dabei über das Schiedsrichter-wesen und die Auslegung der Spielregeln.
So wurden Beispielsweise sämtliche Vereine der SFL von Ressort oder SK-Mitglieder besucht und auf die neue Saison auf die Weisungen und Regeländerungen hingewiesen. Es stehen während der Woche aber auch andere Arbeiten an. So werden junge Schiedsrichter (ca. 15) in einer sogenannten Referee Academy durch mich und meinen Lehrstab betreut. Die 18-23-jährigen SR erhalten während einem Jahr eine intensive Betreuung und werden mittels Video-Analysen, einem Wochenendkurs in Nyon bei der UEFA direkt weitergebildet. An diesem Programm kann pro Region mindestens ein SR teilnehmen, der uns von den Regionen gemeldet werden kann. Da die jungen Schiedsrichter in der ganzen Schweiz eingesetzt werden müssen, bedarf es einer grossen Reisebereitschaft und einer hoher Verfügbarkeit.
Was waren / sind die grössten Probleme bis jetzt?
DK: Im Prinzip arbeite ich nach dem Motto „Bist Du Teil der Lösung oder bist Du Teil des Problems?“. Sicher gibt es immer wieder kleinere Probleme, die man lösen kann. Es gibt aber auch Punkte, die nur in geringem Masse beeinflusst werden können. So zum Beispiel die Gesundheit.
Leider fiel genau diesem Problem mein Vorgesetzter Claudio Circhetta zum Opfer. Claudio ist der Präsident der Schiedsrichterkommission und so gesehen der höchste Schiedsrichter der Schweiz und nicht wie es in der Vergangenheit immer hiess Urs Meier. Urs Meier war für die ca. 60 Spitzenschiedsrichter in der SFL verantwortlich und war ebenfalls Mitglied der SR-Kommission. Sein Nachfolger Carlo Bertolini hat diese Aufgabe nach der plötzlichen Demission von Urs Meier übernommen. Ich komme auf die Situation mit Claudio zurück. Claudio und ich sind die einzigen sogenannten Vollzeitangestellten des SFV, die für die Schiedsrichter zuständig sind. Ist natürlich klar, dass dieser Ausfall für mich einen Mehraufwand bedeutet und gewisse Arbeiten hinten anstehen müssen. Meine Hauptaufgabe ist es, den Spielbetrieb sicherzustellen und zu achten, dass auf jedem Fussballplatz gut ausgebildete Schiedsrichter stehen. Wie die Schiedsrichter die Aufgaben umsetzen, ist eine andere Frage.
Welches sind die grössten Erfolge / Befriedigungen im neuen Amt?
DK: Mmh…ist natürlich schwierig bei einem Schiedsrichter von Erfolg zu sprechen: er schiesst ja keine Tore, gewinnt nie ein Spiel, kann aber viel verlieren. Nun, sprechen wir lieber über die Befriedigung in meinem neuen Job. Ich finde- Erfahrungen - oder in meinem Fall Wissen - weiterzugeben und die Weiterentwicklung von einzelnen Schiedsrichter zu verfolgen als eine sehr grosse Befriedigung. Zudem macht dieser Job trotz der vielen Arbeit und den Einsätzen am Abend und an den Wochenenden sehr viel Spass.
Technische Hilfsmittel zur Unterstützung der Schiedsrichter - was hältst Du davon?
Dieser Punkt wird vor allem im Zusammenhang mit grossen Turnieren immer wieder diskutiert. Die FIFA prüft zur Zeit verschiedene Möglichkeiten, die Schiedsrichter mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen. Im Bereich der Torkamera, die 100% einen Aufschluss über Tor/kein Tor geben soll, ist die Arbeitsgruppe der FIFA ziemlich weit fortgeschritten und hat schon etliche Anbieter einer solchen Lösung getestet. Fazit: auch diese Hilfsmittel sind nicht 100% richtig. Sicherlich die Genauigkeit ist der 100%-Marke nahe. Ein sehr gutes Hilfsmittel im Bereich der Kommunikation wird in der Axpo Super League bereits erfolgreich genutzt, indem die Schiedsrichter, Schiedsrichter-Assistenten, der 4. allenfalls 5. und 6. Offizielle mit einem Kommunikationssystem miteinander verbunden sind und sich so austauschen können.
Persönlich könnte ich mir bei Turnieren oder bei Finalspielen eine Art Challenge vorstellen. Was heisst das? Nun, jeder Captain einer Mannschaft hätte die Möglichkeit, bei einem SR-Entscheid eine sogenannte Challenge zu fordern (max. 3 Versuche). Der SR müsste dann das Spiel
unterbrechen und die Kamera -Bilder zur Entscheidungsfindung zu Hilfe nehmen. Wie gesagt dies ist meine persönliche Sicht und ist nicht Teil einer aktuellen Studie der FIFA.
Was möchtest Du den FCW-Spielerinnen und Spielern für die eben gestartete Saison mitgeben?
DK: Ich wünsche den Spielerinnen und Spieler des FC Wangen, aber auch den Funktionären, die für den Fussball und die Jungend im Einsatz stehen, viel Glück, Befriedigung und ein gewisses Verständnis, dass Fehler zu einem Spiel gehören. Der Schiedsrichter ist davon nicht ausgeschlossen. Ich wünsche mir mehr Diskussionen über vergebene Chancen und Fehlpässe als Diskussionen über einen nicht richtigen Schiedsrichter-Entscheid.
Was steht in den nächsten Tagen / Wochen vor allem auf dem Programm?
DK: Ende August / Anfangs September stehen diverse Kurse in der SFL und der 1. Liga an. Diese müssen noch vorbereitet werden. Zudem habe ich noch zwei grössere Projekte an. Bei einem Projekt geht es um die Anpassung des Schweizer Regelwerks an das Regelwerk der FIFA. Und dann müssen die Richtlinien „Zusammenarbeit SR & SRA“ aus dem Jahr 2002 auch dringend überarbeitet werden.
Wie können wir junge Leute motivieren, die Schiedsrichter-Laufbahn einzuschlagen?
DK: Ich finde es ist eine schöne und anspruchsvolle Aufgabe, ein(e) Spielleiterin/Spielleiter eines Fussballspiels zu sein. Dazu gehören Entscheidungsfreudigkeit, Ehrgeiz, Durchhaltewille, Fussball-verständnis, Freude, Mut und eine gesunde Portion Selbstvertrauen. Aus meiner Sicht sind dies gute Gründe, eine Schiedsrichter-Laufbahn als Lebensschule zu betrachten und dadurch viel Befriedigung zu erlangen.
Dein Leben dreht sich zum grössten Teil um Fussball. Wie schaltest Du auch mal ab?
DK: Stimmt, im Moment habe ich fast eine 7-Tage-Woche. Ist nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Ich bin deshalb froh, eine verständnisvolle Frau zu haben, die mich dabei unterstützt. Ich versuche, meine Freizeit mit meiner Frau und unseren beiden Hunden zu verbringen, was leider nicht immer gelingt. Ein gutes Glas Wein und gute Gespräche helfen dabei, auch mal abschalten zu können. Eine schöne Ablenkung ist für mich das Musizieren, was ich in der Regel einmal pro Woche in unserem Probelokal in Bern-Gümligen umsetzen kann.
Wir danken Daniel Käser, dass er uns einen Einblick in sein Amt gegeben hat, wünschen ihm weiterhin viel Spass und Spannung bei seinem – sicherlich nicht


