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2011: 20-jähriges Jubiläum der Gebirgswanderer

26./27./28. August 2011


Die 20. Jubiläums-Gebirgsjäger-Wanderung findet im Lötschental statt

Nachdem wir letztes Jahr im Schächenthal waren, ging es zur 20. Gebirgsjägerwanderung wieder einmal ins Wallis. Etwas Spezielles sollte es geben. Eben - es war ja das 20. Mal und somit entschieden wir uns, gar eine dreitägige Wanderung zu machen. Speziell natürlich auch mit der Zielauswahl, uns ins Hochgebirge zu begeben. Mit Bergführer, Seil und so weiter. Alle waren also gespannt und schnupperten schon vorher im Internet herum, um etwas von unserem Ziel, Schwierigkeitsgrad und der Route zu erfahren. Das Ferdenrothorn auf 3'180 M.ü.M. galt es zu erklimmen. Also gar eine Kletterpartie sollte auf uns warten. Ja, die Herzen schlugen schon ein paar Tage vor der Reise bei allen etwas höher…

Doch eines nach dem andern. Wir fuhren in gewohnter Frühe am Freitagmorgen los in Richtung Fafleralp Parkplatz - mit dem Ziel zur Anenhütte am Fusse des Langgletschers.
Fritz Ingold führte uns sicher zum ersten Kaffeehalt in Kippel, ins Hotel St. Petersgrat. Vorher mussten aber noch ein paar Blumensträuche aus einer höchstbekannten Wangener Firma (TGW) an diversen Orten verteilt werden. Schon hier merkte man, dass unser Tourenleiter hier nicht ganz fremd sein kann…

Klar wurde es dann bei unserem Kaffeehalt. Tourenleiter Tex wurde von verschiedenen Leuten, der Wirtin, wärmstens empfangen. Küsschen da, Küsschen dort, ja eben….nicht ganz unbekannt.
Gestaunt haben wir aber, als es ums Einkassieren ging! Besten Dank unserem Gemeindepräsidenten für die Kaffee- und Gipfelispende (selbstverständlich nicht auf Gemeindekosten…!) - konnte er doch wegen Amtsverpflichtungen dieses Jahr nicht mit uns dabei sein. Auch sein Gemeinderatskollege Ruedi Kissling musste aus demselben Grund fernbleiben. Damit war klar, dass kleinere Pleiten, Pech und Pannen auch ausblieben ;-)

Dann ging es aber weiter in Richtung Fafleralp. Auf dem Parkplatz angekommen, präsentierte sich in Sichtweite schon der Neubau der Anenhütte. Diese galt es zu erreichen. Schön präsentiert sich die Hütte auf einem kleinen Vorsprung mit ca. 500 Höhenmetern oberhalb der Fafleralp. Noch weiter hinten ist die Lötschenlücke mit der SAC- Hollandiahütte zu sehen, welche für viele Tourengänger benützt wird, um über den Gletscher zum Konkordiaplatz zum Aletsch oder Jungfrau zu gelangen.


Vor dem Abmarsch musste aber noch eine zünftige Verstärkung mit einem Kräuterbitter Namens Appenzeller zu sich genommen werden (vielen Dank unserem Plättli-Aschi!). Übrigens ist dies das Lieblingsgetränk unseres ehemaligen Präsidenten. Er ist schon richtiger Experte auf diesem Gebiet. Über Herstellung und Genuss dieses Getränkes lässt er keine Frage unbeantwortet.

Der Weg war schön und ging durch wildes Gelände mit Alpenrosen, über Gebirgswiesen und kleine Wälder. Das Wetter noch erträglich. Oben auf der Hütte angelangt, fegte uns ein deftiger Wind entgegen. Man musste gar aufpassen, dass es uns die Rucksackverpflegung nicht wegfegte. Also entschieden wir uns nach dem Rast noch auf einen erwärmenden Kaffee in der Anenhütte (2’355m.ü.M.).


Die Hütte wurde 2008 neu aufgebaut, nachdem die alte Hütte 2007 durch eine Staublawine vollständig zerstört wurde. Das Objekt ist technisch ausgeklügelt und sogar mit eigenem Wasserkraftwerk mit Fassung am Anengletscher versehen.

Dann ging es also wieder zum Abstieg von der Hütte über den Grundseezum Parkplatz via dem Höhenweg am Rande des Langgletschers. Immer wieder begleitet von tollen Bachläufen, die sich weit ins Tal schlängeln. Am Langgletscher entspringt übrigens die Lonza, welche nach dem Lötschenthal in die Rhone mündet.

Da wir zeitlich sehr gut drin waren, reichte es uns noch zu einem Bierchen im Hotel Fafleralp bei Christian Henzen. Ein glatter Kerl, der mit seiner fröhlichen Art zu Lachen alle mitreissen kann.

Ja, die Zeit weilte und da kam auch schon unser „Lotse“ und Gastgeber Gerry Bellwald vom Hotel zur Wildi Lauchernalp - guter Freund unseres Tourenleiters Tex. Wir waren vor ein paar Jahren auch schon im „Wildi“ einquartiert. Tolle Sache hier. Einige mögen sich vielleicht noch an den ominösen Abend mit dem Damenturnverein Ebersecken erinnern...;-)

Wir hatten für den Samstag, wie gesagt, ein grosses Ziel vor uns. Die Wetterprognosen in der ganzen Schweiz versprachen gar nichts Gutes. Schon gar nicht das Bergwetter. Von Stürmen, Schnee und Unwetter war die höchste Alarmstufe angesagt. Also mussten wir uns am späteren Abend nach Absprache mit dem gebuchten Bergführer entscheiden, die Tour aufs Ferdenrothorn zu streichen. Schade, aber das kann’s in den Bergen geben. So entschieden wir uns, unser vorgesehenes Jubiläums-Festessen vorzuziehen und die Samstagstour anders zu gestalten.

Ein wahrlich guter Entscheid: wir genossen das fantastische Essen mit einem enorm zarten „Bitz Fleisch“, gutem Wein und so weiter. Für einige Nachtaktive ging’s dann sogar noch mal runter ins Tal mit fachgerechter und sicherer Chauffierung von Gerry.
Samstag morgen: aufstehen, Frühstück. Nach einer stürmischen (…Wetter-) Nacht ein toller, frischer Morgen. Sonnenschein vom Feinsten! Aber kalt und es lag tatsächlich Schnee auf dem Ferdenrothhorn. Unser vorabendlicher Entscheid war richtig. Kurz nach dem Frühstück ging’s los in Richtung Kummenalp. Über der Kummenalp, auf dem Teilweg des Ferdenrothhorns. Das Wetter schien umzuschlagen. Immer mehr Wolken, Wind und Schnee setzte ein.


Unsere Verpflegung mussten wir im garstigen Schneetreiben einnehmen. Nach dem Motto: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleider. Wir waren im wahrsten Sinn des Wortes „Draussen zu Hause“ (wie ein bekannter Outdoor-Bekleider als Slogan pflegt). Der Rückweg ging dann mit kleinen und gemütlichen Abstechern bei Bekannten und Wirtschäftli auf der Kummenalp in Richtung halber Höhe Kippel wieder hinauf auf die Lauchernalp. Im zweiten Teil des Tages wurden wir schliesslich mit schönem Wetter und Sonne belohnt.


Wiederum konnten wir die Kochkünste des Wildi-Kochs am Abend geniessen. Auch die Nachtschwärmer waren ein bisschen ruhiger und genossen den Abend schön still für sich. Gute Sache, so drei Tage unterwegs. Da hat man viel Zeit, sich mit seinen Kollegen zu unterhalten und ab und zu einen Schwank aus dem Leben zu erzählen.


Die Sonntagstour war herrlich auf dem Lötschenthaler Höhenweg unterhalb des St. Petersgrat geführt. Nicht einfach dem Weg entlang, nein, quer durch wildes Gelände mit Aplenrosen und sonstigen Tiefsträuchern, die uns an die Waden gingen. Im Restaurant Tellialp, oberhalb Blatten, nahmen wir ein gutes Mittagessen zu uns und stiegen ab in Richtung Blatten - weiter der Lonza entlang, am Fusse des Bietschhorn zum „Golfplätzli“, wo schliesslich unser zweit letzter Stopp war. Hier präsentierte uns Paul die Rechnung... ;-(

Der letzte Boxenstopp im Wallis machten wir wieder im Hotel St. Petersgrat, wo uns die Wege von unserem Tourenleiters trennten, da er noch eine weitere Woche im Wallis bei seinen Freunden geniessen konnte. Also, dieses Jahr an dieser Stelle ein grosses Dankeschön an Tex für die immer wieder unvergesslichen, schönen Tage in der Schweizer Bergwelt. Bravo! Auch an Gerry Bellwald für die tolle Gastfreundschaft im Hotel Wildi, Lauchernalp.

Der allerletzte Stopp war in Wangen an der Aare im Restaurant Al Pepperoncino, wo wir die Tage gemeinsam noch einmal Revue passieren liessen und uns einig waren, dass wir uns bereits heute wieder auf die nächste Gebirgsjägerwanderung im 2012 freuen.

Namens der Gebirgsjäger René (Koni) Bovey



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